Fachkräfte sind Kunden - nur mit Zeugnis und Lebenslauf!

Dabei weist der längst in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommene Begriff „Personalmarketing“ doch deutlich darauf hin, was zu tun ist: Mitarbeiter und potenzielle neue Mitarbeiter müssen ebenso aktiv umworben werden wie Bestandskunden und potenzielle Neukunden. Aber leider vergessen beim Thema „Personalmarketing“ einige Unternehmen plötzlich alles, was sie sonst doch eigentlich über Marketing wissen.

Der Arbeitsplatz als Markenartikel

Markenartikel werden nicht nur wegen ihre Qualität gekauft. Das grüne Krokodil auf dem Poloshirt, der Apfel auf dem Smartphone und der Stern auf der Motorhaube sind nicht ohne Grund gut sichtbar postiert – die Besitzer zeigen diese Symbole nur zu gerne! Das vielleicht wichtigste Ziel des Personalmarketings besteht darin, dass Mitarbeiter genauso stolz und genauso gerne erzählen, wo sie arbeiten. Dazu bedarf es einer positiven Außendarstellung des Unternehmens. Wie Marken mit positiven Attributen verknüpft werden, muss das Unternehmen dazu in der öffentlichen Wahrnehmung mit positiven Werten verknüpft werden. Das ist nicht einfach in Zeiten, in denen sich nahezu jedes Unternehme auf seiner Website mit einem Leitbild schmückt. Meist ist das einer von vielen Menüpunkten auf der Website, unter dem irgendetwas von Umweltschutz, Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung steht – das Übliche eben. Das allein wird nicht ausreichen. Die Kunst besteht darin, diese Werte auch überzeugend zu vertreten. Wenn dies gelingt, werden Mitarbeiter nicht nur gerne von ihrem Arbeitgeber erzählen, sondern dafür auch Bestätigung aus dem sozialen Umfeld erfahren. Diese Mitarbeiter fungieren dann nicht nur als Multiplikatoren im Personalmarketing, sondern werden auch deutlich zufriedenere Mitarbeiter sein. Anerkennung und vielleicht auch ein wenig Neid zu erfahren, gehört zu den mächtigsten Triebfedern menschlichen Handelns – nicht nur bei Kaufentscheidungen, sondern auch bei der Entscheidung für einen Arbeitsplatz.

Personalmarketing beginnt im Inneren

Die beste Außendarstellung hilft wenig, wenn der Arbeitsalltag nicht hält, was diese verspricht. Wie es um die Wertschätzung der Mitarbeiter durch den Arbeitgeber bestellt ist, zeigt sich nicht nur an den harten Fakten wie der Bezahlung und der Arbeitszeit. Ebenso wichtig ist, individuelle Anliegen jedes einzelnen Mitarbeiters so weit wie möglich zu berücksichtigen und jedem das Gefühl zu vermitteln, ernst genommen zu werden. Nur dann wird die offizielle Außendarstellung des Unternehmens mit dem Bild übereinstimmen, das die Mitarbeiter nach außen tragen. Wie man es besser nicht macht, demonstrieren ständig einige Lieferdienste und Paketservices, die in aufwändigen Kampagnen ein Bild von rundum zufriedenen Mitarbeitern vermitteln, deren höchstes Glück der zufriedene Kunde ist. Der Widerspruch zu den gehetzten Gestalten, die an der Tür klingeln und um jede Sekunde kämpfen, ist einfach zu offensichtlich.